Familienpolitik in Deutschland 2018

Editorial von Christoph Winter

Liebe Leserinnen & Leser,

in Deutschland stehen immer weniger Krankenhäuser mit Geburtsstationen zur Verfügung. Kliniken werden zusammengelegt um kosteneffizienter zu arbeiten, um dann hinterher festzustellen, dass das ein oder andere Angebot aus dem Portfolio gefallen ist. Was für ein Pech aber auch.

Überfüllte Kliniken weisen zum Teil Frauen kurz vor der Geburt ab, da es die Bettenkapazität in den Frühchen-Stationen schlicht und einfach nicht zulässt. Hinzu kommt noch der chronische Mangel an Hebammen, die sich nicht mehr imstande sehen die hohen Versicherungskosten zu tragen. Das sind nicht gerade rosige Aussichten für den Nachwuchs an Geburtshelfer/-innen. Dies alles ist unseren Politikern hinlänglich bekannt, wird aber gerne von einer Legislaturperiode in die nächste geschoben. Der Dienst am Menschen findet hierzulande einfach nicht die nötige Anerkennung, bzw. Würdigung. Was bedeutet dies im Umkehrschluss für die Familienplanung? Na ja, einfach noch besser planen. Wo befindet sich welches Krankenhaus mit dem dementsprechenden Angebot, wie weit muss gefahren werden, gibt es überhaupt noch Hebammen? Oder wie wäre es mit diesem Tipp: Informieren Sie sich doch mal, wie man Kinder im Mittelalter auf die Welt gebracht hat. Back to the roots, lautet hier das Motto und alles zu Hause. Schön gemütlich. Ach nee, geht ja nicht. Es lassen sich ja keine Hebammen mehr finden, die die Hausgeburt begleiten würden. Da frage ich mich doch, in welcher Zeit leben wir eigentlich? Und wenn ich dann noch an die Rente denke, aber das ist eine andere Geschichte und gehört selbstverständlich in die nächste Legislaturperiode.

In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen wie immer viel Spaß beim Schmökern unserer neuen Ausgabe mit dem Schwerpunktthema „Rund um die Geburt“

Ihr