Neubau der Kunsthalle Mannheim wächst

Der Neubau erreicht das Erdgeschoss.

Eine kleine Bewegung für den Bagger, eine große Bewegung für die Mannheimer Museumslandschaft: Vor einem Jahr, am 26. August 2014, „biss“ ein 49-Tonnen schwerer Longfront-Bagger das erste Mal in den Mitzlaff-Bau ‒ die heiße Phase des Abbruchs war eingeläutet. Ein Jahr später ist von dem Bagger mit Abbruchschere und dem Ausstellungshaus aus den 1980er Jahren nichts mehr zu sehen: Ca. 35.000 Tonnen Bauschutt und 30.000 Tonnen Erdreich wurden abgefahren und haben Platz gemacht für den Rohbau des neuen Gebäudes, der bereits das Erdgeschoss erreicht.

So wurden an der Roonstraße bereits Schalbretter für das erste Teilstück der Kellerdecke angebracht, das nun zügig gegossen wird. An der Tattersallstraße arbeiten die Bauarbeiter hingegen noch eine Etage tiefer: Dort wird bis zum Monatsende die 4.000 Quadratmeter große Bodenplatte fertiggestellt, die gleichzeitig als Fundament dient.

Über 600 Tonnen Bewehrungsstahl haben die 40 bis 50 Männer wurden auf diese Weise bereits verbaut und einbetoniert. Durch das verschränkte Arbeiten, also die gleichzeitige Erledigung unterschiedlicher Arbeitsschritte auf dem Baufeld, werden bereits im September an der Ecke Roonstraße/Friedrichsplatz die ersten Wände des Erdgeschosses über den Bauzaun ragen.

Im Oktober soll dann die Kellerdecke das gesamte Untergeschoss bedecken ‒ zumindest fast. Denn im zukünftigen Eingangsbereich des Neubaus am Friedrichsplatz bleibt eine Aussparung für den 60 Meter hohen, roten Kran. Sie wird erst am Ende der Rohbauarbeiten, im Jahr 2016 geschlossen werden, wenn der Kran abgebaut ist. Bis dahin läuft unter dem langen Arm des Krans im Jugendstilbau der Ausstellungsbetrieb weiter ‒ wie schon seit dem Beginn der Abbrucharbeiten. Bis 6. September sind dort noch die Sonderausstellungen „hectorpreis 2015. Alicja Kwade“ und „Der kühle Blick. Graphik der Neuen Sachlichkeit“ zu sehen.