Lesepakt für Deutschland

Stiftung Lesen fordert Maßnahmenplan

Bild: Simone Peter, Pixelio

Auf der Jahreskonferenz der AlphaDekade sind die Ergebnisse der neuen LEO-Studie zur Literalität in Deutschland präsentiert worden. Die Stiftung Lesen erwartet nicht, dass sich die 2011 veröffentlichte Zahl von 7,5 Millionen Erwachsenen, die nicht richtig lesen und schreiben können, wesentlich verringert hat.

„Deutschland braucht einen Lesepakt für Familien, Kitas und Schulen, damit alle die gleichen Chancen auf Bildung, Aufstieg und Gestaltung ihres Lebens haben“, so Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. „Denn Prävention ist die beste Leseförderung. So wichtig Angebote zur nachholenden Alphabetisierung im Erwachsenenalter sind, so entscheidend bleiben die frühe Prägung und Übung, im Sinne des einzelnen, aber auch mit Blick auf die eingesetzten Mittel. Wir begrüßen, dass die Kultusministerkonferenz 2019 einen Fokus auf die Sprach- und Leseförderung legt. Um diese nachhaltig zu stärken, braucht es konkrete Maßnahmen für die kommenden Jahre.“

Dazu gehören klare und verbindliche Standards für die Sprachförderung in Kitas und den Leseunterricht in Grundschulen, aber auch Angebote, die sich an Familien richten, sowie zur außerunterrichtlichen Leseförderung und Stärkung ehrenamtlichen Engagements. Zum Beispiel muss jeder Grundschüler neben dem Leseunterricht freien Zugang zu Büchern haben, am besten in einem Leseclub mit Betreuung und Programm, alternativ auch einer offenen Schulbibliothek oder zumindest gemütlichen Leseecke. Die Vorlesestudie 2018 hat gezeigt, dass fast jeder vierte Grundschüler keine derartigen Angebote kennt.

Info: www.stiftunglesen.de