Lehrermangel auf dem Land

Zum neuen Schuljahr 2018/19 hat das Land Baden-Württemberg rund 5.700 unbefristete Lehrerstellen an den öffentlichen allgemein bildenden und beruflichen Schulen zu besetzen. Darin sind über 600 Stellen enthalten, die im letzten Jahr nicht besetzt werden konnten. Bislang konnten knapp 5.000 Stellen besetzt werden. Darüber hinaus ergibt sich dieser enorme Einstellungsbedarf auch in diesem Jahr zum größten Teil aus dem hohen Ersatzbedarf von circa 4.100 Stellen, der insbesondere durch Pensionierungen entsteht.

„Wer flexibel ist und sich auch auf eine andere Schulart einlässt, hat gute Perspektiven auf eine unbefristete Stelle im Schuldienst. Wir suchen immer noch Lehrkräfte für die Grundschulen, dafür gerne auch Gymnasiallehrkräfte, aber auch Lehrerinnen und Lehrer für weiterführende Schulen in weniger gut versorgten Regionen“, sagt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann.

Das reguläre Einstellungsverfahren läuft noch bis 30. September. Aber auch danach werden noch Lehrerinnen und Lehrer eingestellt. „Auch in diesem Jahr lassen wir nichts unversucht, um dem Lehrermangel entgegenzuwirken. Die Schulverwaltung arbeitet mit Hochdruck daran, die derzeit offenen Stellen noch zu besetzen“, so Eisenmann.

Aktuell gibt es noch etliche Bewerberinnen und Bewerber, die noch kein Einstellungsangebot angenommen haben, darunter 230 mit dem Lehramt Grundschule. Das Kultusministerium hat in den vergangenen Monaten mehrfach alle registrierten Bewerberinnen und Bewerber, die noch kein Einstellungsangebot angenommen haben, angeschrieben, um auf die offenen Stellen und die damit verbundenen guten Einstellungschancen in ländlichen Regionen hinzuweisen. Zuletzt hat das Ministerium alle 2.300 Bewerber ohne Stellen in einer persönlichen Postkarte dazu aufgerufen, sich auf noch offene Stellen an Grundschulen oder auch auf Vertretungen in Realschulen oder Gemeinschaftsschulen zu bewerben. „Wir könnten zahlreiche Stellen problemlos besetzen, wenn wir Bewerberinnen und Bewerber hätten, die flexibel und mobil sind, aber das geografische Beharrungsvermögen von Junglehrern ist erstaunlich“, sagt Ministerin Eisenmann.