Baden-Württemberg setzt Modellprojekt gegen Mobbing um

„Glückliche Schüler laufen nicht Amok“

Baden-Württemberg ist das erste Bundesland, das ein Modellprojekt gegen Mobbing umsetzt. Zehn Schulen haben im September 2015 das Präventionsprogramm nach Olweus eingeführt. Um Mobbing, Gewalt und möglichen Spätfolgen zu durchbrechen, wurde 2015 an zehn Schulen in Baden-Württemberg die Methode – das Anti-Mobbing-Programm implementiert. Es wird im Rahmen des Aktionsprogramms Psychische Gesundheit von Jugendlichen von der Baden-Württemberg Stiftung finanziert.

Auch wenn ein Mobbing-Opfer nur im Extremfall zum Amokläufer wird und immer auch weitere Umstände eine Rolle spielen, ist doch die Gefahr nicht zu leugnen, die von Mobbing für das Individuum und die Gesellschaft ausgehen. Hier setzt das Olweus Mobbing-Präventionsprogramm an, das an das baden-württembergische Schulsystem angepasst und 2015 in zehn Schulen eingeführt wurde. Im September 2016 kommen weitere zehn Schulen hinzu. „Glückliche Schüler laufen nicht Amok“, weiß Dr. Michael Kaess, geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Heidelberger Uniklinikum, der das Modellprojekt der Baden-Württemberg Stiftung leitet und die Daten evaluiert. „Mobbing ist an jeder Schule ein Thema, und das Olweus Bullying Prevention Program ist die beste Methode, um dieses Problem nachhaltig in den Griff zu bekommen. Es bezieht Schüler, Eltern und das Lehrerkollegium mit ein und führt damit zu einer langfristigen positiven Veränderung des Schulklimas“, erklärt Kaess. „Wir sind gespannt, was die Daten, die wir in den Schulen derzeit erheben, nach dem ersten Jahr mit Olweus zeigen werden.“

Rebecca Vorbach, Lehrerin und Olweus-Botschafterin an der Tulla-Realschule in Karlsruhe, hat positive Erfahrungen mit der Olweus-Methode gemacht. „Im Kollegium ist deutlich eine veränderte Grundstimmung spürbar. Das Programm ist ein Zugewinn für jeden Lehrer. Wir alle haben die Maßnahmen aus dem Olweus-Handbuch schon viele Male erfolgreich angewendet und konnten mit Mobbern angemessener umgehen als zuvor“, erklärt sie.