Zeckenschutzimpfungen empfohlen

Rhein-Neckar-Kreis zählt zum Risikogebiet

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Zu Zeckenschutzimpfungen gegen gefährliche Folgen von Zeckenbissen haben das Gesundheitsamt im Rhein-Neckar-Kreis, das auch für die Stadt Heidelberg und somit für über 700.000 Einwohnerinnen und Einwohner zuständig ist, und die Ärzte in der Region aufgerufen.

„Gemeinsam mit Bayern und Thüringen führt Baden-Württemberg die Hitliste der Risikogebiete an“, erläutert der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Rainer Schwertz. Betroffen seien Menschen, die oft in der Natur oder im Wald unterwegs sind. Zeckenstiche können die Lyme-Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen.

Nach Angaben von Dr. Anne Kühn, die im Gesundheitsamt für den Infektionsschutz zuständig ist, kennzeichnen Fieber, Erbrechen und Kopfschmerzen die FSME. Bei schweren Krankheitsverläufen können neurologische Probleme wie etwa Lähmungen hinzukommen.

Wer solche Symptome beobachtet, sollte diese ernst nehmen und schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. „Eine Impfung“, so Dr. Kühn, „ist nach wie vor das sicherste Mittel gegen die Krankheit, besonders für Menschen, die sich oft und gerne im Freien aufhalten.“ Die Kosten hierfür tragen die Krankenkassen. „Nach der uns vorliegenden Statistik gab es in Deutschland im Jahr 2018 607 Menschen, die an FSME erkrankt sind, in Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis zusammen waren es drei Erkrankte mit teilweise schweren Krankheitsverläufen. 2019 wurden bereits elf Erkrankungen deutschlandweit gemeldet, allerdings noch keine in Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis. Man kann jedoch von einer hohen Dunkelziffer ausgehen, denn fast ausschließlich die schweren Verläufe werden diagnostiziert“, erläutert Dr. Kühn. „Gegen die Lyme-Borreliose kann man sich allerdings nicht durch eine Impfung schützen“, ergänzt die Ärztin des Gesundheitsamtes. An dieser bakteriellen Infektionskrankheit, die das Nervensystem und die Gelenke schädigen können, erkranken in Deutschland schätzungsweise 60.000 Menschen jährlich neu. Typische Kennzeichen seien meistens flächige Rötung an der Einstichstelle sowie grippeähnliche Symptome mit Fieber und Schwellungen der Lymphknoten. „Die Borreliose ist eine Krankheit, die wie eine Grippe beginnen und jahrzehntelang andauern kann“, erklärt Dr. Kühn. Deshalb sollte auch bei Borrelioseanzeichen sofort ärztlicher Rat eingeholt werden.

„Bevor Sie und Ihre Familie die Natur genießen, schützen Sie sich vor Zeckenstichen“, raten die Ärzte des Gesundheitsamtes. Das Infektionsrisiko für alle durch Zecken übertragene Krankheiten kann gemindert werden, indem man sich mit Zecken abwehrenden Sprays oder Lotions schützt. Zusätzlich kann geschlossene Kleidung und das Vermeiden von unwegsamem Gelände helfen, nicht gestochen zu werden. Nach einem Spaziergang sollte man sich, Kinder und Haustiere nach Zecken absuchen.

Festgesaugte Tiere sollten mit einer Pinzette oder Zeckenzange oder Zeckenkarte entfernt werden, so die weiteren Tipps der Experten.