Gesundheitsamt im Rhein-Neckar-Kreis ruft zu Schutzimpfungen auf

Zeckenbissen jetzt vorbeugen

Zu Schutzimpfungen gegen gefährliche Folgen von Zeckenbissen haben das Gesundheitsamt im Rhein-Neckar-Kreis, das auch für die Stadt Heidelberg und somit für über 620.000 Einwohnerinnen und Einwohner zuständig ist, und die Ärzte in der Region aufgerufen. „Gemeinsam mit Bayern und Thüringen führt Baden-Württemberg die Hitliste der Risikogebiete an“, erläutert der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Rainer Schwertz. Betroffen seien Menschen, die oft in der Natur oder im Wald unterwegs sind. Zeckenstiche können die Lyme-Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen.

Nach Angaben von Dr. Anne Kühn, die im Gesundheitsamt für den Infektionsschutz zuständig ist, kennzeichnen Fieber, Erbrechen und Kopfschmerzen die FSME. Bei schweren Krankheitsverläufen können neurologische Probleme wie etwa Lähmungen hinzukommen. Wer solche Symptome beobachtet, sollte diese ernst nehmen und schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. „Eine Impfung“, so Dr. Kühn, „halte ich nach wie vor für das sicherste Mittel gegen die Krankheit, besonders für Menschen, die sich oft und gerne im Freien aufhalten.“ Die Kosten hierfür tragen die Krankenkassen. „Nach der uns vorliegenden Statistik gab es in Deutschland im vergangenen Jahr 348 Menschen, die an FSME erkrankt sind, im Rhein-Neckar-Kreis waren es drei Erkrankte mit teilweise schweren Krankheitsverläufen. 2017 wurden bereits 62 Erkrankungen deutschlandweit gemeldet, vier davon im Rhein-Neckar-Kreis. Allerdings muss man von einer hohen Dunkelziffer ausgehen, denn fast ausschließlich die schweren Verläufe werden diagnostiziert.“ Nach einem Spaziergang sollte man sich und vor allem Kinder und Haustiere gründlich nach Zecken absuchen. Festgesaugte Tiere sollten so bald wie möglich mit einer Pinzette oder einer Zeckenzange oder Zeckenkarte entfernt werden.