Weniger Kinder- und Jugendarbeit: Arme Familien trifft es am härtesten

Das Deutsche Kinderhilfswerk kritisiert den schleichenden Bedeutungsverlust der Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland.

Die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, dass der Anteil der Aufwendungen dafür an den Gesamtausgaben der Kinder- und Jugendhilfe mit gerade einmal 4,52 Prozent den niedrigsten Wert seit Inkrafttreten des Kinder- und Jugendhilfegesetzes erreicht hat. Dem Ausgabenanstieg für die Kinder- und Jugendhilfe insgesamt um knapp 2,3 Milliarden Euro steht für den Bereich der Kinder- und Jugendarbeit nur ein leichter Anstieg der Ausgaben um rund 15,6 Millionen Euro entgegen.

„Die leicht gestiegenen Ausgaben für die Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland gleichen so gerade einmal die Inflationsrate aus. Für die Kinder- und Jugendarbeit stehen derzeit nur rund 10 Euro monatlich pro Kind zur Verfügung. Das ist viel zu wenig. Durch diese chronische Unterfinanzierung müssen immer wieder Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen ihre Arbeit einstellen. Das ist insbesondere angesichts der rund drei Millionen Kinder und Jugendlichen, die in unserem Land von Armut betroffen sind, ein großes Problem. Denn diese Kinder leiden aufgrund ihrer oftmals erhöhten Förderbedarfe besonders unter einer schlechten finanziellen Ausstattung der Kinder- und Jugendarbeit. Armut stellt für Kinder ein bedrohliches Entwicklungsrisiko dar. Es ist deshalb erforderlich, dass alle Beteiligten der Kinder- und Jugendarbeit eine besondere Empathie für diese Gruppe entwickeln. Das ist jedoch nur möglich, wenn entsprechende Personal- und Ausstattungsressourcen vorhanden sind – in Jugendzentren, Verbänden, Zirkusprojekten und Zeltlagern, auf dem Abenteuerspielplatz, auf der Straße, an Szenetreffpunkten oder im Spielmobil“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.