Hans-Müller-Wiedemann-Schule hat sich spezialisiert

Besondere Wege durch die Schulzeit

Schüler mit einer geistigen oder mehrfachen Behinderung finden an der Hans-Müller-Wiedemann-Schule einen geschützten Rahmen zum Lernen und zum Miteinander-Leben

Die Entscheidung über die Art der Beschulung ihres behinderten Kindes ist für Eltern heute nicht einfach. Inklusion? Oder doch die Sonderschule? Jeder Weg hat scheinbar seine Vorteile und Besonderheiten. Und wie weiß man, was das richtige für das eigene Kind ist? Oft liegen auch bereits frustrierende Erfahrungen vor und man erwägt einen Wechsel.

An dieser Stelle setzt das Angebot der Hans Müller-Wiedemann Schule, freie Schule für Geistigbehinderte in Mannheim-Neckarau, an. Die Schule ist bewusst klein, überschaubar gestaltet und spezialisiert auf Schüler mit erhöhtem, individuellen Förderbedarf. Sie arbeitet auf Grundlage der Waldorfpädagogik und des staatlichen Bildungsplanes. Schüler mit einer geistigen oder mehrfachen Behinderung finden hier einen geschützten Rahmen zum Lernen und zum Miteinander-Leben. Rituale und Jahresfeste spielen eine wichtige Rolle, ebenso künstlerisch-handwerkliche Tätigkeiten, aber natürlich auch die klassischen schulischen Fächer wie Lesen, Schreiben, Rechnen.

Letztere werden sogar bis in die Berufsschulstufe – die schuleigene Oberstufe – hinein geübt und vertieft. Die Schüler werden von Anfang bis zum Schluss nicht nur in lebenspraktischen Bereichen gefördert, sondern haben auch Sachkunde, Geschichte, Physik und ähnliche Fächer. Jeder in dem Rahmen, den er erfassen und begreifen kann, selbstverständlich. Während ein Schüler einen kurzen Text über ein physikalisches Experiment zur Geräuscherzeugung schreiben kann, fühlt und erlebt ein anderer die Schwingungen mit Hand und Fuß.

Zum Konzept gehört eine durchgängige Tagesgestaltung mit Morgenkreis, Unterrichtsfächern, Frühstücksbereitung, Mittagessen und Nachmittagsfächern. Der klar strukturierte Ablauf gibt Sicherheit und schult die lebenspraktische Kompetenz: wie ziehe ich meine Jacke aus? Wie trockne ich das Geschirr ab? Wie koche ich mein Mittagessen? Wie reinige ich die Werkstatt? Je nach Klassenstufe und je nach Schüler stehen unterschiedliche Lernziele auf dem Programm.

Schüler der 1. bis 8. Klasse haben durch Ausflüge oder Besuche von Nachbarschulen zahlreiche Kontakte nach außen. Durch viele Projekte und berufliche Praktika in der 9. Klasse und der anschließenden Berufsschulstufe werden diese noch einmal intensiviert. Jetzt stellt sich für Eltern die Frage: welcher berufliche Weg ist der richtige für mein Kind? Werkstatt für behinderte Menschen? Oder doch allgemeiner Arbeitsmarkt?

Die Lösungen, die hier gefunden werden, sind immer sehr individuell. Die Beratung durch die Schule spielt dabei eine wichtige Rolle.

Die Lehrer der Hans Müller-Wiedemann Schule suchen mit Eltern frühzeitig das Gespräch über berufliche Perspektiven ihres Kindes. Dadurch konnten im vergangenen Schuljahr zwei von sieben Schulabgängern direkt in einem Betrieb des allgemeinen Arbeitsmarktes ihre Tätigkeit aufnehmen. Die anderen fanden Plätze im Berufsbildungsbereich.

Schüleraufnahmen an der Hans Müller-Wiedemann Schule finden das ganze Jahr über statt. Obwohl die Schule eine private Schule ist und ein Schulentgelt zu bezahlen ist, gilt der Grundsatz: keinem Kind soll aufgrund eines Mangel an Geldes die Beschulung verwehrt werden. Der Aufnahmekreis der Schule kann Eltern zu diesem Thema beraten.

Kontakt: Hans Müller-Wiedemann Schule, Kiesteichweg 14, 68199 Mannheim, Telefon 0621/8039777, info@wiedemann-schule.de, www.wiedemann-schule.de