Familienplanung

Kolumne von Eva Unterburg

Mit der Familienplanung ist das so eine Sache. Die einen haben einen Masterplan, wann welches Haus gebaut  und wann welches Kind gezeugt wird und die anderen machen sich einfach keine Gedanken. Kinder entstehen trotzdem irgendwie und vor allem irgendwann. Sie erscheinen seit Generationen bei vielen Paaren einfach so wie aus dem Nichts heraus und verblüffen das großelterliche Umfeld in spe mit der Ankündigung ihrer baldigen Menschwerdung.

Früher war ich immer etwas merkwürdig berührt, wenn ich von diesen ungeplanten Traraaa-Babys hörte, die mitten im Studium, während der Berufsausbildung oder nach einer durchzechten Nacht plötzlich zum Gesprächsthema wurden. Ich dachte bei mir, dass man so etwas Wichtiges wie ein Kind doch nicht einfach dem Zufall oder dem abgeschalteten Gehirn überlassen kann. Ich dachte an die Folgen, an das, was sich im Leben der jungen Eltern jetzt schlagartig ändern wird und ob sie das verkraften würden. Ich dachte – glaub ich – viel zu viel früher, zumindest in dieser Beziehung.

Kinder kommen manches Mal eben ungeplant und dann wird das Leben anders, aber in vielem eben auch schöner. Und dieses unverhoffte Geschenk darf man mit überraschter Miene, aber dankbarer Freude annehmen. Unsere Großeltern standen noch auf dem Standpunkt, dass ein Kind schon irgendwie groß werden würde und meinten damit, dass man das Leben so annehmen muss, wie es eben gerade kommt. „Irgendwie“ möchte man heute Kinder nicht mehr einfach nur groß werden lassen, da gehört schon einiges mehr dazu.

Und deshalb wäre es endlich an der Zeit, zum Beispiel alleinerziehenden Eltern das Leben weniger schwer zu machen. Nicht nur in beruflicher Hinsicht, sondern auch menschlich. Etwas Zuversicht von außen tut jeder Mutter und jedem Vater gut, ob 16 oder 47 Jahre alt.

Schauen Sie sich mal um in den Straßen, wer lächelt denn heute noch fröhlich in einen Kinderwagen oder kommt mit den Eltern ins Gespräch über kurze Nächte und blankliegende Nerven?

In Italien ist das völlig normal, da freuen sich die Frauen im Nonna-Alter ein Loch in den Bauch, wenn das Kleinkind im Kinderwagen sie nach endlosem Faxenmachen endlich ankullert mit seinem Lachen. Da werden weiche Babykinne vorsichtig von großen Männerhänden gekitzelt, Grimassen geschnitten und Dutzidutzi-Geräusche gemacht. Da wird geherzt und geknuddelt und sich aus tiefstem Innern gefreut.

Das gefällt mir sehr. Deshalb mache ich mich seit Neuestem noch öfter zum Affen, um von einem fremden Kind ein Lächeln zu ergattern. Meist erhalte ich als Dreingabe auch eines der Eltern dazu, und das tut, glaube ich, nicht nur mir gut.