Editorial

Medien und Lernen – Editorial Oktober 2017

Editorial von Christoph Winter

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn Sie diese Zeilen lesen, dann ist die Bundestagswahl bereits Geschichte. Ich hoffe, Sie haben Ihre beiden Kreuze an den richtigen Stellen platziert und sind mit dem Wahlausgang zufrieden.

Ich hatte, wie viele andere bestimmt auch, so einige Wünsche an unsere Politiker, aber mich beschleicht das Gefühl, dass diese nicht unbedingt erhört werden. In den vergangenen Wochen war ja unter anderem die Bildungspolitik ein wichtiges Thema. Viele Berichte, die ich hierzu gelesen und gesehen habe, ließen mich jedoch nicht gerade positiv gestimmt in die Zukunft unserer Bildungsrepublik Deutschland schauen. Chronischer Lehrermangel, marode Schulgebäude und unzureichendes Lernmaterial. Zustände, wie man sie schon seit gefühlten Jahrzehnten kennt und sich nichts geändert hat. Was für ein Glück, wenn man hier sein Kind auf die Privatschule schicken kann.

Apropos: Dieses Mal lautet unser Schwerpunktthema „Medien & Lernen“. Da fällt mir wieder meine Zeit als Lehramtsstudent in den neunziger Jahren ein. Das Thema meiner Examensarbeit lautete „Einsatz von Lernsoftware im Mathematikunterricht“. Ich musste schon damals eine Weile suchen, bis ich eine geeignete Schule mit dem dementsprechenden Equipment fand, sprich einen Computerraum. Nicht zu vergessen, der anschließende „Kampf“ mit dem zuständigen Fachlehrer, um diesen Raum überhaupt nutzen zu dürfen. Sie müssen wissen, dass (zumindest früher) der zuständige Lehrer sehr sensibel mit seinen „Heiligtümern“ umgegangen ist. Als ich diese Hürden dann alle genommen hatte, musste ich feststellen, dass selbst ich zu Hause einen besseren Rechner besaß als die Schule (ausgestattet mit Altware der IT-Industrie). Es blieb mir nur noch die Hoffnung, dass auch die Software auf diesen Geräten läuft. Ich hatte Glück. Die Mathesoftware lief gerade noch so und ich konnte meine Arbeit beginnen. Ich werde jedenfalls nie vergessen, wie dankbar die Schüler für eine Abwechslung im Mathematikunterricht waren. Demensprechend motiviert ging es dann auch zur Sache.

Leider beschleicht mich das Gefühl, dass sich bis heute nicht allzu viel im Bereich des Einsatzes „Neuer Medien“ im Schulunterricht getan hat. Will sagen, wir hinken im Vergleich zu anderen Ländern immer noch hinterher. Hier muss dringend etwas getan werden. Wie lauteten nochmal die Wahlversprechen? „Schaun mer mal, dann sehn mer schon.“?

Und nun hoffe ich, dass Sie viel Spaß beim Schmökern dieser Ausgabe haben werden.

Ihr