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Klimawandel? Ach Quatsch! Editorial von Christoph Winter

Editorial von Christoph Winter

Liebe Leserinnen & Leser,

die Blätter fallen, der Boden ist trocken. Seit wann freut man sich über Regen, der dieses Jahr so rar war und nur selten die Himmelspforten verlässt. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor über 130 Jahren wurde noch nie so eine lange Trockenperiode wie 2018 festgestellt. Schwimmend die Rheinseite zu wechseln, das war vorgestern. Morgen ist das dann wohl fast schon per pedes möglich und die scheinbar verschollene Lok „Rhein“ bei Germersheim taucht letzten Endes doch noch auf. Klingt alles lustig. Wäre es auch, wenn es nicht so traurig wäre. Der Klimawandel macht sich allmählich bemerkbar. Ist doch prima! Was machen da schon ein bis zwei Grad an Temperatursteigerung aus? Die Niederländer würden es zu spüren bekommen, wir übrigens auch. Was auch auffiel, war der Orkansturm bei Lissabon. Das hat es so seit etwa 1840 nicht mehr gegeben. Oder der immense Regenguss über Mallorca und so weiter und so fort…

Ja, wir können uns glücklich schätzen, Leute wie Trump zu haben, die mit kompletter Ignoranz und mit Scheuklappen unseren Erdball „beglücken“. Aber im Prinzip sind wir alle Umweltverschmutzer – in irgendeiner Form. Die Wissenschaftler haben uns schon vor Jahren gewarnt und wir wollen, oder können einfach nicht auf sie hören. So sägen wir weiter an unserem eigenen Ast und warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Nein, wir brauchen keine Angst vor Aliens zu haben, denn könnten wir andere Welten besiedeln bzw. kolonisieren, würden wir diese wahrscheinlich ebenso ausbeuten und zerstören wie unsere eigene. Da fällt mir eigentlich nur noch Aldous Huxley (britischer Schriftsteller * 26. Juli 1894; † 22. November 1963) und sein 1932 erschienener Roman Schöne neue Welt (Brave New World) ein, der eine Gesellschaft in der Zukunft, im Jahre 2540 n. Chr. beschreibt, in der „Stabilität, Frieden und Freiheit“ gewährleistet scheinen. All dies erscheint mir heute schon nicht mehr gewährleistet. Und wir leben erst in 2018. Denken wir also an unsere Kinder und Kindeskinder und hinterlassen ihnen nicht eine „kranke“ Welt.

Mir an die eigene Nase fassend und trotzdem zum Nachdenken anregen wollend, wünsche ich Ihnen wie immer viel Spaß mit unserem neuen RHEIN-NECKAR-KIND.

Ihr

Christoph Winter