Freiberufliche Hebammen können in Zukunft Ihren Beruf nicht mehr kostendeckend ausführen

März 2014, RHEIN-NECKAR-KIND Editorial.

Herausgeber Rhein-Neckar-Kind Karl Goerner

Liebe Leserinnen und Leser,

es läuft ja in unserer Gesellschaft einiges nicht so, wie Sie und ich uns das vorstellen. Der neueste Aufreger betrifft die Schwangeren: Durch die Erhöhung der Haftplicht-Versicherungsprämien für freiberufliche Hebammen können die ihren Beruf nicht mehr kostendeckend ausführen. Ohne Berufshaftpflichtversicherung dürfen sie aber nicht arbeiten, weder in Geburtshäusern noch als freie Hebammen in Kliniken, also keine Geburten betreuen, keine Schwangeren versorgen, keine Wochenbettpflege übernehmen.

Das kommt faktisch einem Berufsverbot gleich. Hier ist jetzt die Politik gefordert. Deshalb haben sich im Februar Vertreterinnen der Hebammenverbände mit Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) getroffen. Ein konkretes Ergebnis kam dabei laut einer Verlautbarung der enttäuschten Hebammen jedoch nicht zustande. Eine Lösung wäre, dass künftig die gesetzliche Kranken- oder Rentenversicherung für eventuelle Fehler bei der Geburt aufkommen muss (laut Hebammenverband lediglich rund 50 Forderungen pro Jahr).

Auf change.org steht jetzt eine Online-Petition an Minister Gröhe im Netz.

Bei Redaktionsschluss hatten schon 252.533 Menschen die Petition unterzeichnet. Unterzeichnen auch Sie, wenn Sie möchten, dass es auch in Zukunft noch freie Hebammen gibt!

Jetzt aber erst einmal viel Spaß beim Schmökern in Ihrem neuen RHEIN-NECKAR-KIND,

Ihr Karl Goerner

März 2014; Rhein-Neckar-Kind Editorial