Weihnachten 2017

Editorial Dezember 2017 – Weihnachten

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

„Macht hoch die Tür“, denn davor steht mal wieder Weihnachten – wie immer ziemlich plötzlich und unerwartet.

Im christlichen Glauben wird an Weihnachten der Tag begangen, an dem der Heiland, der „Retter der Welt“ geboren wurde. „Salvator Mundi“, so nennen die Latein sprechenden Menschen den Weltenretter. Und so heißt auch ein Gemälde, das Leonardo da Vinci zugeschrieben wird. Ende der 50er Jahre hielt man es noch für eine Fälschung und bei Chistie’s in London ging es damals für 50 Pfund über den Tisch. Inzwischen gilt das stark restaurierungsbedürftige Oeuvre als echt, als eines von nur 16 Werken des genialen Künstlers, die fünf Jahrhunderte überlebt haben.

Gerade hat ein russischer Oligarch 400 Millionen Dollar dafür erhalten, als das Werk mal wieder bei Christie’s über den Tresen ging. Weltrekord! Bis zum 15.11.2017 hielt den Rekord Picassos „Les femmes d’Alger“ mit schlappen 179 Millionen. Ich möchte hier beileibe keine Neiddiskussion beflügeln, aber gerade fällt mir eigenartigerweise der unsägliche Begriff Westerwelles von der „spätrömischen Dekadenz“ wieder ein.

Eine knappe halbe Milliarde für ein Bild, das ich mir nicht einmal hinter den Schrank hängen würde? Wem’s gefällt…  Aber es bleibt selbstredend der Gedanke, was man mit dieser Summe (+ schlappe 50 Millionen Gebühren) hätte wohl sonst noch anfangen können.

Man hätte vielleicht Nestlé etliche Aktienanteile abkaufen und im Aufsichtsrat in Vevey durchsetzen können, dass nicht mehr armen Menschen in Afrika, Amerika und Asien das Wasser abgegraben wird und für teures Geld flaschenweise zurückverkauft.

Man hätte… Ihnen und mir fallen unzählige Beispiele ein ohne jegliches Nachdenken. Gerne können Sie auf unserer Facebookseite (www.facebook.com/RheinNeckarKind) Vorschläge machen.

Blauäugig, romantisierend und realitätsfremd? Ja sicher! Aber, waren es nicht blauäugig an das Gute glaubende Menschen, die wir heute achten? Albert Schweitzer, Mahatma Ghandi, Mutter Theresa und andere „Spinner“ genießen heute zu Recht größtes Ansehen, weil sie sich für Ihre Mitmenschen eingesetzt und deren Lebensbedingungen verbessert haben. 

Noch keine Weihnachtsgeschenke für Ihre Lieben? Wie wär’s dieses Jahr mit einer Nummer kleiner? Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber! Kinder verstehen das!

Nehmen Sie uns bitte nicht übel, dass wir uns neben den Einkaufs- und Geschenktipps diesmal zu Weihnachten auch ein paar Seiten zu „Armut & Hilfe“ haben einfallen lassen. Gerade vor Weihnachten ist nun mal (leider) die einzige Zeit im Jahr, an der die meisten von uns an das Leid anderer denken. Die Entscheidung liegt bei Ihnen!

Wir wünschen Ihnen und allen Kindern der Welt ein friedliches, wirklich frohes Weihnachtsfest und einen gelungenen Start ins neue Jahr! Zuvor jedoch viel Spaß beim Schmökern in Ihrer Elternzeitung!

(Herausgeber vom Rhein-Neckar-Kind)