Bezahlbarer Wohnraum für alle! Editorial von Christoph Winter

Editorial von Christoph Winter

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

wie Sie ja bereits wissen steigen überall die Mieten. Es wird viel in den Medien und in der Politik darüber diskutiert wie man der Situation Herr werden könnte. Ein Dilemma, das im Prinzip die Politik mit zu verantworten hat. Hat man sich doch der Sozialwohnungen entledigt und ganz im Sinne der freien Marktwirtschaft den Dingen seinen freien Lauf gelassen. Wohin das geführt hat bekommen wir jetzt zu spüren.

Es fehlt an bezahlbaren Wohnraum in den Städten. An der „Entkernung“ wird gearbeitet, Investoren wissen wie das geht und „Oma Erna“ wird dann eben einfach nach 40 Jahren aus ihrem gewohnten Umfeld geworfen und kann sehen wo sie bleibt und Familien, die aufgrund von Zuwachs neuen Wohnraum benötigen müssen sich dann in der zu klein gewordenen Zweizimmerwohnung zusammenraufen. Wie unmenschlich sind wir doch geworden. Ja, ich spreche von wir, weil auch wir, die sogenannten „Normalos“ nicht ganz unschuldig an dieser Misere sind. Man schimpft immer über die Investoren, aber gleichzeitig investieren wir Geld in Aktien, Fonds, Immobilien, etc., um ja noch etwas vom leckeren Kuchen abzubekommen. Schön blöd, „wenn Du Dein Geld auf der Bank schmoren lässt“, die Inflation wird es schon auffressen, gnadenlos. Wir werden also quasi schon zwangsläufig in diese Richtung gedrängt.

Neuerdings widmet sich Bundespräsident Steinmeier unter dem Motto „Land in Sicht – Zukunft ländlicher Räume“ mit mehreren Besuchen in verschiedenen Regionen Deutschlands dem Leben auf dem Land. Möglicherweise geht es hier u. a. nur darum, die Land-Stadt-Flucht aufzuhalten und das Leben auf dem Lande wieder hoffähig zu machen.

Prima, wie toll das Leben auf dem Land sein kann. Günstiger Wohnraum, eine Dorfgemeinschaft, die zusammenhält und sich gegenseitig unterstützt, eigene Dorfläden eröffnet, in denen jeder seine Freizeit als Arbeitszeit im Dienste des Allgemeinwohls einbringen kann. Was jetzt noch fehlt ist, z. B. die Ärzteflucht auf dem Land aufzuhalten, sprich, die Grundversorgung muss gewährleistet sein. Wenn das alles wieder ins Lot gekommen ist, dann, ja dann haben wir das Problem mit dem Wohnungsmangel in den Städten gelöst.

Na also, geht doch. Familien haben noch eine Zukunft. Und jetzt alle: „Raus aufs Land“, und das meine ich nicht negativ, schließlich gab es ja auch schon mal eine Stadt-Land-Flucht.

In Summe ist mir nur an einem gelegen. Bezahlbarer Wohnraum für alle!

In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen wie immer
viel Spaß beim Verarbeiten der gewonnen Einsichten und natürlich mit Ihrer neuen RHEIN-NECKAR-KIND.

Ihr


Christoph Winter