Editorial November 2017

Editorial von Christoph Winter

Editorial November 2017 von Christoph Winter


Liebe Leserinnen und liebe Leser,

es ist noch nicht allzu lange her, da gab es in unseren Gefilden noch Schlagbäume, bzw.  Grenzübergänge. Die Kleinstaaterei war zu damaligen Zeit nichts außergewöhnliches? Ein deutscher Nationalstaat – früher auch bekannt unter dem Namen Deutsches Reich – wurde 1871 gegründet.

Dies soll jetzt keine ausufernde geschichtliche Exkursion werden, aber die aktuellen Begebenheiten in Katalonien geben mir zu denken. Okay, ich bin Badener und ich kann Katalonien allein schon aus historischen Gründen nicht mit Baden vergleichen. Das wäre zu abwegig, aber auch hier gab und gibt es durchaus auch heute noch das Gedankengut der Abspaltung von Württemberg. Oder nehmen wir das Beispiel des Freistaates Bayern. Ich kann mich noch daran erinnern, dass es doch tatsächlich mal, ob ironisch oder ernst gemeint, die Idee der Gründung einer bayerischen Nationalmannschaft gab.

Macht es wirklich Sinn, wenn man Europa denkt, wieder in die Kleinstaaterei zu verfallen? Ich finde nein. Natürlich möchte ich keinem Katalanen zu nahe treten und mir auch nicht anmaßen, ohne die genauen historischen Hintergründe des Konfliktes zu kennen, ein Urteil zu fällen. Dabei muss man aber auch das unsensible Verhalten der spanischen Regierung erwähnen. Europa leben heißt Traditionen leben, Traditionen pflegen, aber auch ein miteinander und ein voneinander lernen. Alles andere wäre ein Rückfall in das Mittelalter. Wir Eltern sind dafür verantwortlich, in welche Welt wir unsere Kinder entlassen. Wir leben es Ihnen vor. Der Ball liegt bei also auch bei uns.