Heidelberg

Bundesverdienstkreuz für Dr. Heide Häberle

Engagement für die Betreuung von Familien gewürdigt

OB Prof. Dr. Eckart Würzner überreicht Dr. Heide Häberle das Bundesverdienstkreuz am Bande. Foto: Philipp Rothe

Dr. Heide Häberle engagiert sich seit über 30 Jahren im Bereich der psychotherapeutischen und psychosozialen Betreuung von Familien mit an Krebs erkrankten Kindern. Für ihr Engagement ist sie im Heidelberger Rathaus mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.

„Mit Ihrem Engagement haben Sie nicht nur in Heidelberg und Umgebung, sondern auch bundesweit Pionierarbeit geleistet. Ihr Engagement im Bereich der Weiterentwicklung der psychosozialen Versorgung krebskranker Kinder geht weit über Ihre beruflichen Aufgaben hinaus und ist für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung. Die Entwicklung der psychosozialen Versorgung krebskranker Kinder und deren Familien ist untrennbar mit Ihrer Person verbunden“, sagte Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner.

„Ich fühle mich sehr geehrt über diese tolle Auszeichnung. Wir haben in einer Zeit begonnen, als es noch Besuchszeiten für Eltern von krebskranken Kindern gab und diese nicht dauerhaft bei ihnen bleiben konnten. Das aktive Mitarbeiten, also etwas für das krebskranke Kind zu tun, hilft den Familien. Ich bin stolz darauf, dass wir in Heidelberg gemeinsam die Initiatoren in der ganzen Bundesrepublik für eine Weiterentwicklung waren“, resümierte Dr. Häberle.

Dr. Häberle richtet den Fokus in ihrem Wirken nicht allein auf das erkrankte Kind, sondern auch auf dessen familiäres Bezugssystem. Sie beschränkte sich bereits frühzeitig nicht auf die Zeit der Akutbehandlung, sondern vergrößerte das Blickfeld und entwickelte Konzepte für ambulante und stationäre Nachsorge. Für krebskranke Kinder und deren Familien hat sie sehr viel getan und wesentliche Impulse gesetzt. Zur Gründung des Waldpiraten-Camps in Heidelberg hat die heute 77-Jährige mit ihrem Fachwissen entscheidend beigetragen.

Die Geehrte gründete 1982 gemeinsam mit betroffenen Eltern den Verein „Aktion für krebskranke Kinder Heidelberg“, dessen Vorstand sie über viele Jahre angehörte. Eltern wurden ab sofort aktiv in die Pflege und Überwachung der Therapie ihrer kranken Kinder eingebunden – zu dieser Zeit ein Novum. Im Jahr 1991 promovierte sie an der Universität-Gesamthochschule Kassel im Fachbereich Sozialwesen. Bis zum Eintritt in den Ruhestand war Dr. Häberle von 2001 bis 2009 als freiberufliche Psychotherapeutin tätig.